Antwort auf den Leserbrief von Bernhard Pohl vom 24.07.2010
26.07.2010
Normalerweise sollte man auf so einen Leserbrief ja gar nicht antworten, da hier aber mit falschen persönlichen Daten von mir gearbeitet wird, möchte ich dann doch darauf eingehen.

Ich weiß nicht wo sie die Erkenntnis herhaben, das ich eine Betriebsratsfreistellung wahrnehmen würde? Meine BR Arbeit besteht aus der Teilnahme an 14 tägigen Sitzungen, das heißt von 10 Arbeitstagen, ist 1 Betriebsratstag und neun normale Arbeitstage! Wenn sie das ausruhen nennen, ist das eigentlich eine Beleidigung für alle Betriebsräte, die neben ihrer normalen Arbeit versuchen ihren Kollegen bei Problemen zu helfen. Vielen Dank, im Namen dieser Betriebsräte!
Was ihre Aussagen zu Motorrädern angeht, vor allem was die Feinstaubbelastung betrifft, kann man wirklich nur Staunen. Ich glaube, soviel Motorrad kann ich in diesem Leben gar nicht mehr fahren, wie ihr Unternehmen bei einer einzigen Sprengung an Staubbelastung freisetzt!
Wenn sie sich besser über meine sogenannte „Langeweile“ informiert hätten, wüssten sie, dass ich neben meiner normalen Berufstätigkeit, in meiner Freizeit wohlgemerkt, Fraktionsvorsitzender im Kreistag, Kreisvorsitzender bei den LINKEN, Ehrenamtlicher Bezirksfachbereichsvorsitzender von ca. 1000 Ver.di Mitgliedern aus den Telekommunikationsbereich, Mitglied im Landesfachbereichs und Bezirks-Vorstand bei Ver.di bin. Nebenbei versuche ich noch noch als Ehrenamtlicher Richter beim Sozialgericht Dortmund und beim Arbeitsgericht Hamm, Kollegen zu ihrem Recht zu verhelfen!
Das einzige was in ihrem Leserbrief nachvollziehbar ist, ist die Angst um ihren Arbeitsplatz. Es kann aber die Betroffenheit nicht so weit gehen, das man sagt: „Hauptsache ich habe Arbeit, was ich alles damit zerstöre, das interessiert mich nicht!“
Natürlich wäre es absolut bedauerlich wenn diese Arbeitsplätze einfach wegfielen, genau darum fordern wir natürlich das Westkalk und Brühne, die jahrzehntelang Profit mit der Arbeitskraft ihrer Kollegen gemacht haben, hier bei Beendigung des Steinabbaus, ausreichend für Ersatzarbeitsplätze, sorgen müssen!
Das wir bisher keine Gespräche mit Westkalk oder Brühne geführt haben, liegt einerseits daran, das uns diese Firmen nicht eingeladen haben und andererseits daran das wir, wenn wir Gespräche führen würden, natürlich darüber gesprochen werden müsste, wann der Steinabbau beendet wird. Das ist allerdings sicher nicht erst in 30 Jahren, sondern wesentlichen früher, am besten sofort!
Manfred Weretecki
Vorsitzender
DIE LINKE Kreisverband Soest
Herr Pohl, Sie irren sich wenn sie glauben das Motorrad von Herr Weretecki verpestet die Stadt mit Lärm und Feinstaub.

Ist es nicht viel mehr so, das ihr Arbeitgeber, die Westkalk Steinbetriebe das mit ihren Sprengungen, Steinabbau und deren Verarbeitung machen?
Sie irren sich auch in der Person Weretecki wenn sie glauben er ist ein Mensch der vor lauter Langeweile Politik macht.
Herr Weretecki hat nicht selten einen 16 Std. Tag, Wochenende eingeschlossen. Man könnte glauben sie sind neidisch, brauchen Sie aber nicht, Sie haben zumindest etwas was er nicht hat, Urlaub.
Die Aussage es handelt sich nicht um 400 Euro Job' s stimmt ja nicht. Wir wissen doch alle das z.B. die Arbeitnehmer,
die ihre Produkte abfahren auf 400 Euro bei einem Stundenlohn von nicht selten 6 Euro arbeiten. Ihre Leiharbeiter von 800 Euro netto auch keine Familie ernähren können, Aufträge vergeben an Firmen die ebenfalls Leiharbeiter beschäftigen. So Toll wie Sie ihre Betriebsratsarbeit darstellen wollen kann sie nicht sein. Sonst würden Sie auch mal über den Tellerrand schauen. Aber solange Sie noch ein Auto, Urlaub und ein Fernsehgerät haben ist die Welt für Sie anscheinend in Ordnung.
Norbert Romeike
Sprecherrat DIE LINKE. Warstein
Antwort der Linken auf das Schreiben des Westkalkbetriebsratsvorsitzenden:
Lieber Herr Betriebsratsvorsitzender Pohl, sehr geehrter Betriebsrat der Westkalk, wir verstehen ihre Angst um den Arbeitsplatz, aber die Welt verändert sich, da muss man manchmal mit:
1) Wir, als Sprecherrat der Linken in Warstein, kämpfen natürlich um jeden Arbeitsplatz, allerdings nicht, wenn dadurch, systematisch, die Einwohner einer ganzen Stadt in ihrer Lebensqualität derart eingeschränkt werden, dass hier zu wohnen nicht mehr zu ertragen ist.
2) Wir schreiben unsere Veröffentlichungen lustvoll hierarchiearm gemeinsam, wie sie an unterschiedlichen Stilen und Argumenten erkennen können. Die Presssemitteilung, auf die sie sich beziehen, ist selbstverständlich in unserem Sprecherrat abgestimmt gewesen, und wir teilen den Inhalt gemeinsam, voll und ganz. Die Ironie über Aussagen wie zB "30 Jahre Jobs", wohlgemerkt Jobs, nicht Arbeit, oder "wir gehen sowieso tiefer" halten wir für angemessen. Hier isoliert Herrn Weretecki anzusprechen, ist sachlich falsch. Über die Art wie, können wir nur staunend den Kopf schütteln. Inhaltlich in einem fairen Dialog (ihr Zitat) zu antworten, scheint da nach unserer Meinung schwierig.
3) Im übrigen ist der Herr Weretecki nicht freigestellt, und ruht sich nicht auf der faulen Haut aus, falls das bösartig allen aus gutem Grund freigestellten Betriebsräten unterstellt werden sollte, sondern arbeitet als Telekom-Techniker, wie auch als nicht freigestellter Betriebsrat. Vielleicht sollten sie sich erstmal informieren, bevor sie ihrem Betriebsrat wie auch der Öffentlichkeit Unrichtigkeiten erzählen. Wir fragen uns, was freigestellte Betriebsräte zu dem Allem sagen.
4) Dass sie, wohlgemerkt im Namen der Belegschaft, die Sorgen um unser Trinkwasser, die von Mauerrissen betroffenen Hausbesitzer, die staubvergifteten Anwohner auf der Range, Hauptstraße und Umgebung, Verdi, Motorradfahrer ect. regelrecht verhöhnen, geht allerdings zu weit. Sprechen sie doch bitte persönlich mit den Betroffenen. Wir verstehen den Druck, unter dem auch sie stehen, aber es muss klar sein, dass eben nicht wir diesen Druck aufbauen, sondern die Profitgier ihres Arbeitgebers.
5) Als Stadtrat ist Herr Spanke den Menschen verantwortlich, ebenso wie Herr Weretecki als Kreistagsabgeordneter, und zwar allen Menschen, damit "ihr" Unternehmen eben nicht tun kann, was es will. Da können sie uns unsere moralische und politische Verantwortung doch nicht verbieten! Ihr von ihnen ausdrücklich erwähntes Demokratieverständniss lässt bei uns an diesem Punkt Verwunderung aufkommen.
6) Warum sie als Betriebsrat, und Vorsitzender eines solchen, sich für eine Entsolidarisierung der Arbeitnehmer, eben gegen Gewerkschaftssolidarität äußern, hier z.B. gegen Verdi, das erschließt sich uns einfach garnicht.
7) Wen wir als Linke unterstützen, das entscheiden wir natürlich selber. Den Zuspruch, den wir erfahren und das ist, gerade was den Steinabbau angeht, nicht wenig, reicht uns als Rechtfertigung. Wir können, in unserer Verantwortung, ihr Unternehmen aufgrund der von ihm ausgehenden Nöte und Gefahren nicht in Ruhe lassen.
Mit freundlichen Grüßen,
der Sprecherrat DIE LINKE. Ortsverband Warstein








