Leserbrief 20.04.2010
Pressemitteilung von DIE LINKE Ortsverband Warstein, zu den
Äußerungen von BM Gödde und der Steinindustrie rund um die Wasserdemo
Da freut man sich über eine gut verlaufene Demo und muss am anderen Tag in der Zeitung lesen: Weil DIE LINKEN so dominant aufgetreten sind, wären einige Leute der Demo ferngeblieben.
Lieber Herr Gödde, da hört der Spaß aber langsam auf. Das ist entweder einfach dreister Populismus, oder man will gezielt davon ablenken, dass man selber zu aktiver bunter Politik nicht mehr in der Lage ist?
Man darf vielleicht mal zurückblicken: 2009, Kommunalwahlen, Bürgermeisterwahlen, da haben wir als LINKE dieses Thema erst wieder in die breite Öffentlichkeit gebracht. Der Begriff Steinlobbyist (über Frank Maatz) wurde auf dem Neujahrsempfang von uns geprägt. Dadurch, und durch unser Frühstück mit dem anschließenden Versuch der verlogenen Kriminalisierung, kam die verschüttete Diskussion erstmal wieder richtig in Gang. Sonst würde die Steinindustrie immer noch mit diesem Stadtrat und dieser Stadt Schlitten fahren, machen was sie wollte. Alles schon vergessen?
Da maßen sich Politiker, die schon lange in Warstein die Politik mitverantworten, und an dem Status Quo des Steinabbaus nicht unmaßgeblich beteiligt sind, an, so etwas zu verbreiten!
Die sogenannte Dominanz ist ein demokratisch angemessener Bestandteil einer öffentlichen Veranstaltung, freie Meinung zum Wohle des Wassers. Die angebliche Dominanz bestand zu dem Zeitpunkt aus ca. 15 roten aufgeblasenen Luftballons. Wasserprotest nur für die mit der richtigen Gesinnung? An gleicher Stelle waren FDP- und Grünen-Fahnen, das stört dann keinen?
Da wurde im Vorfeld auf den unpolitischen Status dieser Demo hingewiesen, Demo und unpolitisch ist schon ein Widerspruch in sich! Wie soll das gehen?
Was wäre Herrn BM Gödde denn Recht gewesen, hätten wir unser Büro, an dem die Demo direkt vorbei ging, vielleicht auch zuhängen sollen? Damit ja keiner sieht, es gibt LINKE auch hier in dieser Stadt? Wem das peinlich ist, der sollte mal sein Demokratieverständnis überprüfen.
Da wird der Steinindustrie fast eine ganze Seite in einer Tageszeitung zur Verfügung gestellt, um ihre krude und auch arrogante Sicht der Dinge kundzutun. Wir müssten alle auf die Knie fallen, weil wir der Steinindustrie so dankbar sein müssen, dass sie unsere Stadt zerstört? Und das sogar in mehrfacher Hinsicht, sie zerstört Häuser, vergiftet alles, verstaubt unsere Umwelt und bedroht unser Trinkwasser!
Und wenn wir nicht lieb zu der Steinindustrie sind, versagt sie uns die von ihr ach so großzügig erlaubte Gewinnung des Trinkwassers. Wir sollen uns gefälligst kriecherisch einer Erpressung beugen, so wird dort gearbeitet. Anzeigen, verleumden, erpressen.
Ja liebe Steinindustrie, und -Lobbyisten, wir meinen wirklich ernst, was wir sagen! Wir finden dass sie genug Profit gemacht haben, sie haben aus Warstein lange genug eine Mondlandschaft gemacht! Jetzt ist es an der Zeit, Wiedergutmachung an Mensch und Natur zu betreiben und nicht noch mit immer mehr Risiko die Quellen zu bedrohen. Hören sie endlich auf damit!!!
Manfred Weretecki Sichtigvor
Hans-Otto Spanke Warstein
Alle Bilder sind vom Soester Anzeiger. Es wurden keine eigenen Bilder verwendet um neutral deutlich zu machen dass die Aussagen von Herrn Gödde an den Haaren herbei gezogen sind.
Weitere Bilder unter Soester Anzeiger
DIE LINKE. Warstein hat schon in 2008 gefordert den Steinabbau sozialverträglich zu beenden. Leserbrief Gierige Steinindustrie schert sich nicht um Wasserprobleme.
Wasser, und eben mehr!
Ein paar Wenige wollen verdienen um jeden Preis, und eine ganze Region muss darunter Leiden.
Sie dürfen nur oberhalb des Grundwassers abbauen, doch stoßen sie auf Wasser, wird es als Regenwasser oder „Schmelzwasser“ deklariert, samt Dreck in die Wäster gepumpt, und sie sprengen einfach weiter. Damit verschmutzen sie nicht nur das Oberflächenwasser, sondern riskieren durch die täglich mehrfachen Sprengungen auch das Verschütten der Tiefenmischwasserquellen. Jede einzelne Sprengung kann die Klüfte des aufsteigenden Quellwassers verschütten. Es ist ein tägliches Vabanque-Spiel. Einige abgesoffene Steinbrüche und verschüttete Quellen sind der Beweis!
Der Steinabbau im Wasserschutzgebiet muss komplett aufhören!
Leider ist das ja nicht das einzige Problem, das Warstein hat. Die Staubbelastung ist so hoch, da kommen selbst Großstädte mit ihren Autoabgasen nicht heran!
LKW und Züge werden nicht abgeplant, obwohl das im Aktionsplan klar vereinbart ist. Der Messcontainer wird durch ständige Staubunterdrückung, mittels Wasserduschen, manipuliert. Man hat es auch noch geschafft die strengen EU Auflagen um Jahre nach hinten zu schieben. Man macht alles um die Steinindustrie zufrieden zu stellen.
Überhaupt ist der Reinigungswagen rund um den Messcontainer an trockenen Tagen ständig unterwegs und schwemmt den Dreck in die Gullis, also in die Wäster, ins Klärwerk, weiter über die Möhne in den Möhnesee, dadurch ins Trinkwasser. Da wird von Reinigungssystemen gefaselt, die graue Farbe der Wäster offenbart die Wahrheit..
Das Range-Waschen ergibt bessere Messwerte, aber wie sieht die Situation einen Kilometer weiter aus? Ab der Sparkasse ist alles wieder trocken, es staubt gewaltig, und gesundheitsgefährdend, zum Beispiel auf der Hauptstraße. An Wochentagen donnern alle paar Minuten ein Steinlaster daher. Die Schaufenster werden ständig verdreckt, parkende Autos auch. Der Lärm ist unerträglich. Die Anwohner können nicht einmal die Fenster öffnen ohne Schaden. Wer ersetzt ihnen der Verlust an Lebenskomfort, wer bezahlt die Reinigung, wer schützt ihre Gesundheit?
Die Häuser an den Abbruchrandgebieten haben durch die permanenten Sprengungen Risse, die Grundstücke sind nicht verkehrsfähig, Besucher flüchten an manchen Tagen bei Sprengungen panisch aus dem Haus. Die Steinbruchbetreiber zieht niemand zur Rechenschaft und Wiedergutmachung, der Einzelfallbeweis ist quasi nicht zu erbringen, die Schäden und ihren Wertverlust fängt niemand auf. Es ist dringend eine Umkehr der Beweislast zwischen geschädigten Bürgern und Steinindustrie sachlich und moralisch nötig.
Warum subventioniert Warstein den Steinabbau, dadurch das sie die WLE mitfinanzieren. Solange Steinbetriebe und Brauerei die Eisenbahntrasse benutzen, müssen sie auch einen vernünftigen Preis dafür bezahlen, der nicht durch das hochverschuldete Warstein, bezahlt wird.
Arbeitnehmer der Eisenbahn verzichten zum Erhalt auf große Teile ihres Lohns, damit die Steinindustrie letztendlich günstiger transportieren, und den Gewinn maximieren kann. Das nennt man wirklich geschickte Ausbeutung. Die Löhne der Arbeitnehmer bei der WLE sind um 30% geringer als die der Arbeitnehmer bei der Bundesbahn. Die Forderung kann hier nur sein die WLE muss Teil der Bundesbahn werden, und diese muss im Staatsbesitz bleiben und nicht an die Börse gebracht werden!
Die Stadt stirbt. Handel und Handwerk sind nicht entwicklungsfähig, es gibt kein brauchbares Stadtzentrum zum Verkehr zwischen Anbieter und Kunden. Eine sinnvolle Stadtplanung ist mit den vertraglichen Gegebenheiten nicht möglich. Die B55n ist völlig illusorisch geworden, sie wird enden wie die Entlastungsstraße. Wobei das bei der geplanten Trassenführung von vornherein zum Scheitern verurteilt war.
Der Verkauf des Trinkwassers bringt der Stadt dringend benötigtes Geld, die Wasserwerke tragen sich selbst, und es spart den Bürgern sehr viel Geld. 100000 Bürgern in Warstein und auf der Haar. Bei uns kostet ein m3 noch 1,- Euro, ohne eigene Wasserversorgung steigt er geschätzt auf 2,50€
Und was werden die Steinbruchbetreiber uns hinterlassen? Senkrechte Wände in der Landschaft, denen man sich nicht ohne Gefahr nähern kann. Wegen der hohen Steinschlaggefahr lässt sich das Terrain nur noch absperren. Eine ungefähr 40 Meter hohe extrem brüchige Wand ist und bleibt ohne Sicherungsmaßnahmen, und die sind unbezahlbar, ein Sperrgebiet, also ein totes Gelände.
Kletterfelsen, Touristische Nutzung oder auch die Tunnellösung der B55n sind auf Grund der latenten Gefahr völlig unsinnig, und dienen der Volksverdummung und Ablenkung vom eigentlichen Thema. Und wer ist denn so naiv, zu glauben dass nachher eine B 55 n durch die Steinbrüche führt?
Die Steinbruchbetreiber wollen ihren Profit, egal wie und ohne Rücksicht auf Verluste. Einige Wenige verdienen durch den Raubbau an der Natur und an der Stadt sich eine goldene Nase und viele Andere haben den Schaden.
Trotz Proteste macht die Steinindustrie munter weiter mit ihrer Umweltverschmutzung, wie dieses Aufnahme vom 16.04.2010 beweist.
Das alles muss aufhören.
Die Bürger haben Angst um ihr Wasser, vor dem Staub, vor der immer bedrohlicher werdenden Zerstörung der Landschaft, dem Sterben des Ortes. Sie haben Angst um ihre Heimat, ihr Zuhause. Viele stimmen uns zu, wenn wir fordern:
Steinabbau sofort sozialverträglich beenden.
Für DIE LINKE. in Warstein
Christel Spanke


















