Bericht vom
Frühstück am Steinbruch
16.04.09
Oberflächenwasser oder Grundwasser. Die Steinindustrie behauptet Oberflächenwasser, also Regenwasser. Hm, wann hat es den zulässt geregnet und wie viel. Warum gibt es sonst im ganzen Steinbruch nicht die kleinste Pfütze? Nur an der einen Stelle, und dann gleich ein ganzer See...? Wir glauben, das ist schon Grundwasser. Hier besteht schon akute Gefahr der Verschmutzung für unser Trinkwasser. Trinkwasser für rund 100 000 Menschen. Wir glauben nicht, das es hier ausreicht Hydraulikoele gegen Biooele auszutauschen, um eine Gefährdung des Grundwassers auszuschließen. Ständig überfahrene Stopschilder werden ja auch nicht einfach durch größer ersetzt. Das würde ja auch nichts nützten.
Einer der seltenen Momente Warstein bei stahlendem Sonnenschein und ohne Staub zusehen, er sollte schnell vorbei gehen.
Laut Aussage von Herrn Dirk Dransmann (Firma Brühne) ist der Winter schuld, am großen See im Steinbruch. Ja ja, der Schnee ist Schuld. Angeblich ist der Wasserspiegel in den letzten zwei Tagen stark gesunken. Nur merkwürdig das auf unseren Bildern davon nichts zu sehen ist. Der Wasserstand müsste dann ja auch von Mittwoch auf Donnerstag absinken, oder nicht? Oder wie sonst ist zu erklären das er genau das nicht tat. Auf dem Bild rechts oben ist deutlich zuerkennen das eine weitere Sprengung direkt am Wasser vorbereitet wird. Wie kann man diese verhindern bis geklärt ist um was für Wasser es sich wirklich handelt. Oder soll man tatenlos zusehen wie unsere Quellen zerstört werden. Das hat doch nichts mit Wahlkampfgeplänkel zu tun, das sind ernsthafte Sorgen Warsteiner Bürger.
Hier sehen wir etwas höher gelegene Vertiefungen, und oh Wunder, ganz ohne Regenwasser. Es kommt ja vor das es nur Gebietsweise Regnet. Ein Höhenunterschied von vielleicht 8 Meter animiert hier die Wolken etwa 80 Meter weiter links abzuregnen. Bei Oberflächenwasser sollte der Pegel eigentlich sinken, wenn die Fläche für das vorhandene Wasser vergrößert wird, hier ist das aber nicht der Fall. Der Wasserstand ist immer gleich. Also Grundwasser...
Ein leckeres Frühstück bei einem super schönem Wetter sollte es werden. Doch schon bald blieb uns das Brötchen im Halse stecken. Niemand hat ernsthaft geglaubt, das Gesprengt wird, wärent sich Personen hier Aufhalten. Wieder einmal mehr hat die Steinindustrie bewiesen, wie leichtfertig sie mit den Wohl der Menschen umgeht. Immerhin sind schon Steine bis zu 300 Meter entfernten Anlieger geflogen. Die lagen dann im Garten, oder auch schonmal auf dem Dachboden der Wohnhäuser nachdem die Dachpfannen durchschlagen wurden.
Die berechtigte Sorge um unser Trinkwasser ist aber nur ein Punkt, es gibt da noch das Staubproblem. Der Normale Steinbruchbetrieb, hier der Brecher, sorgt schon alleine für reichlich Staub. Siehe auch Bild unten. Staub soweit man schauen kann. Warum braucht die Steinindustrie eigentlich keine Umweltplakette? So wie die Müllverbrennung, Autos, Kraftwerke oder die Zementindustrie? Hier greift der Gesetztgeber ein, bei der Steinindustrie nicht, warum?
Bild rechts: Diese Anlage wird ständig von einem Staubschleier umhüllt. Ohne Unterlass wird hier Staub in die Umwelt abgegeben und zwar soviel, das der Staub schon mit bloßem Auge deutlich erkennbar ist. (Entfernung ca. 1000m) Hier muss man doch Spaziergänger mit passiv Raucher vergleichen. Wo bleib an dieser Stelle den das Recht auf unversehrtheit. Ach ja, wir haben ja die Wahl und können die Raucherkneipe meiden.
Der Hinweis eines Steinbruchangestellten, es werde nicht Gesprengt solange sich jemand im Gefahrenbereich aufhält, wurde nur Sekunden später als Flop entlarft. Es wurde gesprengt obwohl mindesten 7 Personen nur ca.50 Meter ( Luftlinie ) von Sprengort entfernt waren. Wie deffiniert die Steinindustrie 'Gefahrenbereich' und was beteutet das? Nach dem heutigen Erlebnis glauben wir, das sie dieses Wort garnicht kennen. Einmal mehr mußten wir erfahren das ihr Zeitplan und der Profit über alles steht, und die Kontrollen ob sich Leute im Sprengbereich aufhalten, nur ein lässtiges Übel sind und nicht wirklich ernst genommen wird.
Die Staubentwicklung nach einer Sprengung ist schon beeindruckend. Hier rechts im Bild, festgehalten nachdem der Fotografen sich vom Schrecken einigermaßen erholt hatte, was eine Weile gedauert hat. Immerhin wurde ohne Vorwarnung gesprengt, es war wie ein kleines Erdbeben.
Nach der Sprengung war die Sonne weg, nur noch Staub. Staub wohin man auch der Windrichtung folgte. Es handelte sich bei der hier durchgeführten Sprengung um eine der kleinsten. Wie ist es dann erst bei einer großen Sprengung?
Für DIE LINKE. Warstein
Norbert Romeike


















