01.09.2011
PM von DIE LINKE OV Warstein zur Diskussion um die „Neue Mitte“
Langsam muss man sich doch wirklich fragen, ob einige Politiker, unter Anderen leider auch der Bürgermeister, an Alzheimer leiden?
Da beschließt der Stadtentwicklungsausschuss, es wird nur weiterverhandelt, wenn das Rathaus stehen bleibt! Was macht der Investor? Er legt neue Entwürfe vor, natürlich mit Abriss des Rathauses! Und der BM fährt hin, da kommen aber keine Ergebnisse zustande, weil der Investor einfach bei seiner anderen Meinung bleibt. und der BM kommt wieder, und hat sich dieser Meinung angeschlossen. Das ist alles nur schwer zu verstehen. Wie die BG richtigerweise sagt, die Frist ist um und Bövingloh damit aus diesem Geschäft!
In der CDU weiß die eine Hand nicht, was die Andere tut, Herr Schneider fordert Professionalität. Wenn er diese bei seinen Parteifreunden sucht, die massgeblich an der Stadtentwicklung der letzten Jahre mitgewirkt haben, schließen wir uns gerne an. Da der zuständige Ausschuss doch von seinem Parteifreund Wüllner geführt wird, verwundert uns das aber schon ein wenig! Vielleicht kann Herr Schneider sich ja unserer Forderung nach Rücktritt des Herrn Wüllner anschließen? Dieser ist ja in letzter Zeit mehr durch unberechtigte Rausschmisse von Sachkundigen Bürgern aufgefallen, als dass man ihm gute Arbeit bei der Stadtentwicklung nachsagen könnte! Man muss fragen, was die CDU denn nun wirklich will, diesen monströsen Trennklotz, um jeden Preis? Da drängt sich hinsichtlich des Herrn Schneider der Verdacht auf, lieber den als nichts, Hauptsache man hat irgendetwas da hingeklotzt, bevor es die Anderen tun.
Alle Forderungen, die Wolfgang Schneider jetzt stellt, sind doch in erster Linie an seine eigene Partei gerichtet, nur schade das er nicht erkennt, dass seine Parteifreunde seit Jahrzehnten genau diese Verhinderungspolitik betreiben, die er anprangert! Wir möchten daran erinnern das sein Vorgänger, Franz Josef Köster, Steinindustrieller, dafür gesorgt hat, dass die Steinindustrie in Warstein praktisch machen konnte, was sie wollte, die Politik sich lange Zeit selber außer Kraft gesetzt hat und die Stadt deswegen so wurde, wie sie ist!
Warum sollten sich die Warsteiner weiterhin vom Investor an der Nase herumführen lassen? DIE LINKE Warstein stand der „Neuen Mitte“ von Anfang an Skeptisch gegenüber. Größe und Nebenwirkungen sind nach wie vor nicht akzeptabel, Zahlen suspekt. Hier reicht nach unserer Meinung doch gesunder Menschenverstand um das zu erkennen!
Eine innerstädtische Entlastungsstr. als B55 n ausgebaut, damit die Hauptstraße frei wird, eine Bebauung des Bergenthalgeländes, mit einer Neugestaltung des Marktplatzes (Kaffee, Eisdiele, Sitzmöglichkeiten usw. ) und der Umgestaltung der Hauptstraße, von Dieploh bis LINKE Laden zur Fussgängerzone, halten wir immer noch für den wesentlich besseren Weg!
Da wir an die geplante Tunnellösung noch nie geglaubt haben, und der Bürgermeister die dadurch entstehende Wassergefährdung ja auch schon benannt hat, scheint uns diese kleinere, finanziell auch viel günstigere Lösung als das einzig Realisierbare! Dass die jetzt geschlossenen und verfallenen Läden entlang der Hauptstrasse natürlich an Wert gewinnen würden, wenn sie in einer Fussgängerzone stehen, liegt auf der Hand! Auch in Warstein sollte es möglich sein, in einer Fussgängerzone zu bummeln, an Schaufenstern vorbei zu flanieren, die Kinder frei laufen zu lassen. Hinzu kommt noch der parallel laufende Fluß mit seinen vielen Brücken und der angrenzende Bullerteich, mit dem Felsen im Hintergrund, das hat eben nicht jede Stadt und darum sollten wir es nutzen! So etwas braucht Warstein, nicht einen zugebauten Glaspalast, der keine Probleme in der Hauptstrasse löst, sondern höchstens neue schafft!
Wir sollten Bövingloh, und jedem anderem Investor, ganz klar sagen, entweder das Rathaus bleibt stehen und nur Bergenthal/Tengelmann/Hotel, werden neu bebaut oder es geht gar nichts. Wir sollten froh sein, wenn unsere nachfolgenden Generationen nicht diesen von Bövingloh geplanten Betonklotz am Bein haben müssen! Unsere Stadt gewinnt nicht durch eine Shopping-Mall, sie verliert langfristig dadurch. Was wir brauchen ist eine kleinteilige „non-food“-Handelsstruktur, die den geringen Bedarf gewinnbringend decken kann.
Für DIE LINKE Warstein
Manfred Weretecki Kreisvorsitzender
Hans Otto Spanke Warsteiner Ratsmitglied
DIE LINKE. Warstein am 25.07.2011 zur „neuen“ Neuen Mitte.
Wir begrüßen dass jetzt Öffentlichkeit hergestellt werden soll. Dann muss man aber auch zur neuen Mitte einige Fakten wissen, bzw. gerade rücken.
Das Wort „kleiner“ suggeriert hier einen falschen Eindruck. Zwar wird der umbaute Raum „nach oben“ kleiner, warum auch immer, aber der Platzverbrauch wird deutlich größer. Der Marktplatz wird noch kleiner, bzw. ist als Platz gar nicht mehr zu erkennen.
Es bleibt Fakt, dass die neue Mitte der Stadt erst gar nichts kosten sollte, dann eine halbe Million, dann eine Millionen, dann anderthalb Millionen. Erstaunlich für eine Stadt im Nothaushalt, die ja sogar schon Freibäder geschlossen hat.
Fakt bleibt, dass die Sparkasse als Verwaltungsgebäude ungeeignet ist, und sich erst nach einer Suche nach geeigneten sehr langen Fristen schön rechnet, man hat wohl lange gesucht, die „richtige“ Rechenweise zu finden. Was unserem Kämmerer ja auch bedenklich zu sein scheint. (Von den anderthalb Millionen mal ganz abgesehen).
Weil niemand an die Ungehungsstraße zu glauben scheint, soll der Riesenklotz als Trennriegel zwischen einer weiter leer, dreckig und kaputt bestehenden Hauptstraße und einer halbierten Stadtmitte mit Kirche, Dieploh und Domcenter werden. Fakt bleibt weiter, dass dann abends die Stadtmitte endgültig tot ist, „ein totes Herz der Stadt“, wie wir das nennen.
Wir halten das ganze Konzept für völlig falsch, so entsteht eine tote Stadthälfte Ost und eine Ministadtmitte West. Diesen Stadtmitte zerstörenden Trennklotz werden uns doch weder die Anwohner noch spätere Generationen danken, im Gegenteil. Das Leben der Menschen besteht nicht nur aus Konsum, weiter wird hier aber nicht gedacht. Ein totes Herz der Stadt. Vielfalt ist das Gegenteil.
Alle moderne Stadtplanung geht von einer Mischung aus notwendigen Zentralismen (und das sind nicht Einkaufszentren, schon gar nicht auf dem Marktplatz) und vielfältigen dezentralen Strukturen aus, und folgerichtig von einer kleinteiligen dezentralen Bebauung. Diese Planung hier ist nicht nur zu groß, die sprengt jeden Rahmen, weil der Investor beim Verkauf direkt nach Erstellung natürlich um so mehr verdient, je größer das Ding ist. Man bekommt den Eindruck, da wollen trotz aller Einwände, manche unserer Politiker später sagen können, den überflüssigen Leuchtturm haben wir gebaut.
Ein Kernpunkt war, das dass Rathaus stehen bleiben sollte. Erstaunt nehmen wir jetzt zur Kenntnis, dass sich am geplanten Abriss anscheinend nichts verändert hat! Aber genau das sollte Investor Bövingloh doch ändern. Ist das Gedächtnis des Bürgermeister und der Politiker schon so kurz, dass man sich daran nicht mehr erinnert? DIE LINKE Warstein hat von Anfang an gesagt, dass ein Rathausabriss mit uns nicht zu machen ist!
Dabei bleiben wir, auch wenn manch andere Partei jetzt wieder umkippt. Interessant ist hier auch die WAL, die plakatiert erst „Einkaufen im Zentrum statt Einkaufszentren“, suggeriert so jene entscheidende Vielfalt, dezentral und kleinteilig, und findet jetzt den Riesen-Honigglasbetonpalast gut (Und das ist und bleibt er, da hilft auch keine fummelige Fassadengestaltung). Da sind wir doch sehr erstaunt!
Fakt ist, es gibt eine bessere Lösung. Wir halten es nach wie vor für besser, die geplante Innerstädtische Entlastung/Umgehung als B55n (oder wie auch immer verwaltungstechnisch genannt) auszubauen, denn auch wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Tunnellösung nie kommen wird!
Damit kann man eine Fussgängerzone von Markt bis zum LINKE-Laden machen und die dort entlang vorhandenen Geschäftsräume würden wieder belebt werden können. Dann könnte man den Marktplatz offen lassen und durch Abriss/Umbau der leerstehenden Häuser und/oder Neubau attraktiver Geschäftshäuser neu beleben! Das alles haben wir schon in der Presse vorgestellt. Nach zu lesen ist das alles auf unserer Homepage unter www.die-linke-warstein.de: „Die Zukunft von Warstein“.
Für DIE LINKE. Warstein
Manfred Weretecki
Hans-Otto Spanke








