16.08.2010
Kommentar
Sollen die Milliardäre dem Staat durch Spenden großer Teile ihres Vermögens aus der Schuldenkrise helfen?
So einfach wie es sich anhört ist es aber nicht. Spenden sind steuerlich absetzbar und würden folgerichtig das Steueraufkommen absenken. Der Staat hat bei Spenden keinen Einfluss darauf wo das Geld gespendet wird. Hier entscheidet dass der Spender. Gegen Spenden ist natürlich generell nichts ein zu wenden, nur muss es auch da ankommen wo es gebraucht wird. Zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Gesundheitssystem, Forschung und Bildung, und nicht zu vergessen, bei den verschuldeten Kommunen. Und genau dass ist bei Spenden nicht sicher gestellt. Die Spenden könnten genauso gut in dubiosen Stiftungen untertauchen.
Da kann man lesen das die Atomlobby bei Einführung einer Brennelementesteuer ihre Atomkraftwerke sofort abschalten will, und dass wo es immer heißt wir brauchen sie noch weil es nicht genug alternative Energie gibt. Ja wie den jetzt..? Weiter kann man von der Atomlobby hören sie wären bereit der öffentlichen Hand 20 bis 30 Milliarden zu Spenden wenn die Regierung bereit wäre auf die Brennelementesteuer zu verzichten.
Diese Aussage macht über deutlich wohin es führt, wenn sich der Staat auf so eine Spenden Initiative der Milliardäre einlassen würde. Ein Staat, von Lobbyisten und Spendern regiert...?
Nicht zu vergessen das so manches Atomkraftwerk mit Steuermittel subventioniert wurde und der
Steuerzahler die Atomendlager alleine bezahlt. Zum Beispiel Atommülllager Asse, nicht nur die Steuergelder versickern hier, auch der strahlende Müll macht sich mit Hilfe des einsickernden Wassers dünn. Hier könnte die Atomlobby Spenden und für die Endlagerung des Atommülls bezahlen so wie jeder Autofahrer für die Entsorgung seines Altöls bezahlen muss...[...]
Sie investieren aber freiwillig nicht im sichere Endlager, bring ja keine Aktionärs Gewinne.
Noch vor 20 Jahren war eine Tafel etwas seltenes, heute hat jede Stadt, selbst jede kleine Stadt eine Tafel. Warum das so ist, hat sich inzwischen rumgesprochen. Mini Jobs und allgemeine schlecht bezahlte Arbeit sind daran nicht ganz unschuldig. Viele Menschen gehen acht Stunden arbeiten und müssen trotzdem in der Mittagspause bei der Tafel anstehen, weil sie einfach nicht genug Verdienen. Ein Herr Oetker würde an die Tafen spenden wollen war bei Anne Will zuhören. Klar, auch Tafeln müssen mittlerweile zukaufen. Und Spender würden natürlich bevorzugt damit sie auch weiterhin Spenden. So bekommt Herr Oetker über den Zukauf seine Spendengelder zurück. Das Problem der Verarmung in der Bevölkerung lässt sich aber so sicher nicht lösen.
Milliardäre sind häufig Unternehmer, sie könnten Lehrstellen und Arbeitsplätze spenden. Und falls nötig Lehrlinge schulisch weiter Bilden damit ihre sooft hervorgehobenen Bildungslücken geschlossen werden, anstatt sich zu beklagen das Lehrlinge keine schulische Qualifikation für die Lehrstellen haben. Welch perverser Gedanke das sie statt dessen Lehrlinge aus dem Ausland mit geeigneter Qualifikation einstellen wollen. Es gibt viele Möglichkeiten wie sich ein Milliardär zum Wohle der Menschen in diesem Land betätigen kann, wie er Geld von oben nach unter Umverteilen kann. Seine starken Schultern die schwachen unterstützt. Aber in einer Zeit, in der nur Dividenden für Aktionäre zählen, in dem der Satz ( geht es dem Unternehmer gut, geht es auch dem Arbeiter gut ) nicht mehr gilt, ist dieses denken komplett ausgestorben. Nein, Spenden reichen da nicht aus. Da muss sich was in den Köpfen verändern damit die Starken sich ihrer sozialen Verantwortung wieder bewusst werden. Sie sind genau so ein Teil der Solidargemeinschaft wie der Arbeitslose und der Kranke. Der Sozialstaat besteht nicht aus dem Sozialhaushalt des Bundes, sondern aus dem Menschen die in ihm Leben.
Für DIE LINKE. Warstein
Norbert Romeike








